Neukirchen an der Enknach

Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt 
Kirchenkrippe restauriert von KBM Josef Pflug.

 

Der damalige Pfarrer von Neukirchen Johann Holzapfel bemerkte den desolaten Zustand und trat 1978 mit der Bitte, die schöne, große und etwas verwaiste Kirchenkrippe zu betreuen, an Josef Pflug heran. Herr Pflug nahm diese Herausforderung an und betreute die Kirchenkrippe Neukirchens bis zu seinem Tod.

Die 5,67 m breite und 3,40 m hohe Kirchenkrippe wird seit 1962 in einer Seitenkapelle, der ehemaligen Allerseelenkapelle, aufgestellt. Die Vielfalt der Figuren und der anderen Bauteile der Krippe zeigt, dass dieses Kunstwerk über Jahrhunderte entstand und zusammengetragen wurde.

Die ältesten Teile der Krippe werden dem schwäbischen Meister Johann Georg Libigo zugeschrieben und stammen aus der Zeit um 1730 (Barock). Die Krippe zählt 30 Gebäude, an die 130 menschliche und 50 tierische Figuren.

Der Großteil der Figuren wurde aber von verschiedenen Meistern der Krippenkunst später gebaut. Darauf weisen die unterschiedlichen Größen (21—31 cm) und Bauarten (vollplastisch mit Fassung, Gewandfiguren mit geschnitzten Köpfen, verschiedenste Verbindungen von Kopf und Gliedmassen mit dem Körper) der Figuren hin.

 

Eine entscheidende Bereicherung erfuhr die Krippe 1895 durch den Ankauf des Figurenbestandes aus dem Nachlass des Handenberger Lehrers Jakob Schmidhammer (1790-1864).

Die Hauptszenen sind: der Sündenfall, die Geburtsdarstellung mit Hirtenanbetung, die Huldigung durch die Heiligen Drei Könige mit Gefolge und die Hochzeit zu Kanaa mit Randfiguren.

 

1994 machte Kirchenkrippenbetreuer Josef Pflug die Pfarre auf den schlechten Zustand des Krippenberges, der Krippenhäuser und auch der Figuren aufmerksam, denn der Zahn der Zeit hatte seit der letzten Restaurierung der Kirchenkrippe Neukirchens bereits wieder 30 Jahre lang genagt.

 

Nach einigen Besprechungen wurde er gebeten, eine neuerliche Restaurierung in die Wege zu leiten. Als Mitglied der österreichischen Krippenfreunde wandte er sich an den damaligen Geschäftsführer der Krippenfreunde, Herrn Paul Flatz aus Innsbruck, der nach einer Besichtigung der Kirchenkrippe den Krippenpraktiker Ernst Mayrhofer für die Restaurierung empfahl.

 

Nach genauer Untersuchung und Schadensaufahme wurde ein neuer Aufbau der Krippe vorgeschlagen. Ernst Mayrhofer entwarf einen Höhenstufen- und Gesamtansichtsplan und lieferte somit die Grundlage für die Neugestaltung.

Die aufwendigen Restaurierungsarbeiten an den Gebäuden und einige Neubauten wurden von Josef Pflug durchgeführt.

Die Bemalung der Gebäude sowie die Neufassung des Figurenbestandes und die Restaurierung der vollplastischen Figuren übernahm Ernst Mayrhofer. Die Restaurierung der Gewandfiguren oblag Brigitta Oberhuber aus Kremsmünster.

 

Im Sommer 1996 wurde in gemeinsamer Arbeit der neue Krippenberg in bewährter Technik gebaut. Die alten Gebäude wurden teilweise ergänzt und in neuer konzentrierter Form als Stadt- und Landteil aufgestellt. Der Salzburger Künstler Werner Dürnberger aus Thomatal im Lungau gestaltet die Landschaftsmalerei mit Motiven Neukirchens und dem von Neukirchen aus zu sehenden Alpenpanorama. Dieses Hintergrundbild bewirkt eine Vertiefung der Krippenlandschaft und betont den Charakter als Heimatkrippe. Die Pfarre Neukirchen besitzt nach diesen Arbeiten eine der größten und schönsten Kirchenkrippen Oberösterreichs mit unverwechselbaren Besonderheiten. Originell sind unter anderem die Paradies-Szene mit Adam und Eva und vielen Tieren sowie der mit 82 cm Länge beeindruckende Krippenelefant der Heiligen Drei Könige. 

 

Der Eingang zur Krippe befindet sich links neben dem Hauptportal

Jahreskrippe mit der Darstellung Geburt Christi

Jahreskrippe mit der Darstellung der Hochzeit zu Kanaa

Fotos : ©2016 Krippenfreunde Oberes Innviertel - Manfred Priester


Historische Aufnahme der alten Neukirchner Kirchenkrippe

Foto; Krippenbaumeister Josef Pflug